Bio-Kaffee – Konventioneller Kaffee

Bio-Kaffee im Vergleich zu konventionellem Kaffee

Morgens ein leckeres Frühstück mit Brötchen, Obstsalat und dazu eine Tasse frisch gebrühter Kaffee – so sieht für viele von uns der perfekte Start in den Tag aus. Bis wir den Kaffee an unserem Frühstückstisch genießen können, hat er schon viele Stationen hinter sich. Doch wie unterscheiden sich diese Stationen bei Bio-Kaffee und konventionellem Kaffee? Hier im Beitrag erfährst Du alles Wichtige dazu.

Ökologische Folgen von konventionellem Kaffeeanbau

Kaffeebohnen wachsen nur in subtropischen und tropischen Klimaregionen, wie beispielsweise in den Regenwäldern von Mexiko, Kolumbien, Indien, Uganda oder Tansania. Für die Kaffeeplantagen werden immer mehr Areale des Regenwaldes verdrängt. Da der Boden durch die intensive Bewirtschaftung beim Kaffeeanbau schnell auslaugt und unfruchtbar wird, können die Flächen anschließend meist nur noch als Viehweiden genutzt werden.

Bittere Ernte

Die NDR-Reportage Bittere Ernte von Michael Höft aus dem Jahr 2013 berichtet über die Anbaubedingungen auf Kaffeeplantagen und zeigt erschreckendes: Auf den gefilmten Kaffeeplantagen werden Pestizide und Fungizide wie Opera, Endosulfan und Bromgas versprüht. Diese Stoffe sind teilweise in der EU verboten – in Brasilien werden sie jedoch bedenkenlos verspritzt und gelangen über die Böden in das Grundwasser. Leidtragende sind die Menschen, die auf den Plantagen arbeiten und krank werden. So wie ein gerade 40-jähriger Plantagenarbeiter, der durch den Kontakt mit den Giftstoffen an Parkinson erkrankt ist.

Das Reportageteam ließ Proben von den verschiedenen Kaffeeplantagen und Kaffee aus deutschen Supermärkten im Labor auf Pestizide untersuchen. Die Testergebnisse zeigen, dass in den Proben der Rohbohnen Pestizidrückstände vorhanden sind, im Kaffee aus dem Supermarkt allerdings nicht mehr. Das liegt an der Röstung, die hohen Temperaturen zerstören einen Großteil der Giftstoffe. Wir Konsumenten sind also sicher – dennoch sollten wir uns alle fragen, ob wir mit dem Kauf von konventionellem Kaffee die Zustände auf konventionellen Kaffeeplantagen unterstützen möchten.

Bio-Kaffee schont Mensch und Umwelt in den Kaffeeländern

Bio-Anbau steht für eine geringere Umweltbelastung und eine ressourcenschonende Produktion. Aus diesem Grund wird auf giftige Pestizide und Fungizide verzichtet. Die Kaffeekirschen werden per Hand gepflückt, sorgsam gewaschen und in der Sonne getrocknet und regelmäßig gewendet, um Schimmel zu verhindern.

Mischkultur statt Monokultur

Es gibt auch keine Monokulturen – hier wachsen neben Kaffeepflanzen beispielsweise Bananenbäume, die als Schattenbäume dienen. Diese Bäume regulieren die Sonneneinstrahlung, lockern den Boden auf, schützen vor Nachtfrost und fördern die Artenvielfalt.

Überschaubare Plantagen statt Großplantagen

Um den Anbau zu begünstigen, wächst Bio-Kaffee häufig auf Hanglagen. Durch diese Anbauposition wird die Sonneneinstrahlung auf die Pflanzen begrenzt. Zusätzlich werden Terrassen gebaut, die bei Regen eine gleichmäßige Wasserversorgung ermöglichen

Verzicht auch chemische Dünger

Kompostwirtschaft ist ein weiterer wichtiger Faktor im Bio-Anbau: Alte Pflanzenreste werden als Komposthaufen angelegt und von Mikroorganismen zersetzt. Der entstehende Kompost kann anschließend als Dünger für die Kaffeepflanzen verwendet werden.

Öko-Anbau ist ein wichtiger Schritt, um nachhaltig Kaffee zu produzieren.

Da der Bio-Anbau anderen Methoden und Maßstäben folgt, ist der Ertrag in der Regel geringer als im konventionellen Kaffee-Anbau. Dennoch ist der Anbau von Bio-Kaffee aus langfristiger Sicht gewinnbringender: Die Böden der Bio-Kaffeefarmen bleiben über Jahre hinweg nutzbar – es muss kein Regenwald für die Felder gerodet werden. Da auf giftige Pflanzenschutzmittel und chemische Dünger verzichtet wird, leiden weder die Natur noch die Menschen auf den Plantagen unter giftigen Stoffen. 

  20. November 2020
 
  Kategorie: Fairer Handel und Bio

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