Welche Kaffeesorten gibt es eigentlich?

Wenn wir von Kaffeesorten sprechen, dann meinen wir nicht die verschiedenen Zubereitungsarten, sondern wirklich Sorten von Kaffeepflanzen bzw. – bohnen, die weltweit wachsen. Es gibt mehr als nur den Arabica-Kaffee, den ihr morgens frisch zubereitet in eurem Lieblingskaffeeladen kauft, denkt ihr? Ja, weltweit sind über 100 Sorten der Gattung Kaffeepflanze. Doch nur sehr wenige haben es in großem Stil in den weltweiten Kaffeeanbau geschafft. 40 dieser Sorten eignen sich für die Herstellung von Röstkaffee, doch nur wenige davon finden wir in den Regalen der Röstereien und Kaffeegeschäften. Welche das sind und was ihre typischen Eigenheiten sind, verraten wir euch in unserem heutigen Beitrag.

Kaffeesorten im weltweiten Handel

Die meisten der 40 Sorten von Kaffee werden nur in kleinen Mengen zum Eigenbedarf angebaut. Nur wenige Kaffeesorten haben den Weg in den Welthandel gefunden. Das sind im Prinzip Arabica, Robusta, Excelsa, Liberica, Maragogype und der Stenophylla. Der Kopi Luwak, auch als Katzenkaffee bekannt, ist keine besondere Sorte, sondern besticht durch die höchst interessante Verarbeitung.

Arabica- Der häufigste Kaffee

Der Arabica-Kaffee (lateinisch Coffea Arabica) hat einen Anteil am Welthandel von über 60 Prozent. Der Arabica ist der älteste Kaffee der Welt, zumindest unter den bekannten Kaffeesorten. Obwohl er sehr empfindlich ist und gern von Schädlingen befallen wird, hat er es durch sein besonderes Aroma und die gute Verträglichkeit zum beliebtesten Kaffee gebracht. Er gedeiht besonders gut bei Durchschnittstemperaturen von 18 bis 22 Grad Celsius und auf Höhen um die 1000 Meter, auch gern höher. Die Kaffeesorte Arabica wird vor allem in Zentralamerika in Ländern wie Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko oder Guatemala angebaut. Aber auch in Afrika, vor allem in Kamerun und Kenia wird der Exportschlager produziert. Der Arabica enthält zwischen 0,8 und 1,5& Koffein und besticht durch viele Geschmackvarietäten. Allein Äthiopien, das legendäre Ursprungsland des Kaffees, bietet mehr als ein Dutzend verschiedene Arabica- Geschmackvarianten an.

Robusta – Die unterschätze Kaffeesorte

Der Robusta-Kaffee hat einen Marktanteil von circa 30 Prozent im Kaffeehandel. Er wird oft als minderwertiger empfunden, weil er im Gegensatz zum Arabica eine deutlich intensivere Bitterkeit besitzt. Wenn ihr gern Espresso trinkt, dann trinkt ihr mit Sicherheit Robusta-Kaffee. Er ist perfekt für den kleinen starken Muntermacher, denn er enthält doppelt soviel Koffein wie sein großer Bruder , der Arabica-Kaffee. Robusta wird aber auch vielen Kaffeemischungen zugesetzt. Außerdem wird er natürlich für die vielen Klassiker unter den Kaffeezubereitungen wie Cappuccino, Café American und Caffè Latte gebraucht. Der Robusta (lateinisch Coffea Canephora) ist etwas widerstandsfähiger als der Arabica und hat eine kürzere Reifezeit. Er ist auch etwas günstiger zu haben, was wohl erklärt, warum er als nicht so hochwertig wie der Arabica angesehen wird. Der Robusta-Kaffee gedeiht nur zwischen dem zehnten nördlichen und zehnten südlichen Breitengrad. Demzufolge sind die Hauptanbauländer dieser Kaffeesorte Brasilien, Indonesien, Uganda, Vietnam und die Elfenbeinküste.

Liberica – Der stark Koffeinhaltige

Der Liberica ist im Vergleich zu den beiden Haupt- Kaffeesorten wirtschaftlich nicht von so großer Bedeutung. Er ist viel saftloser und härter, hat aber jede Menge Koffein. Er hat auch eine sehr lange Reifezeit von bis zu 14 Monaten, so dass ein Ausbau der Produktion aus wirtschaftlicher Sicht auch gar nicht lohnt. Und das obwohl seine Erträge höher liegen als die der anderen Sorten und auch die Lebensdauer des einzelnen Kaffeestrauchs länger ist.Trotzdem hat der Bittere mit dem extrem hohen Coffein-Anteil sein Liebhaber. Angebaut wird er hauptsächlich im flachen Westafrika, aber auch in Liberia, Vietnam, in der Zentralafrikanischen Republik, auf den Philippinen oder in Sierra Leone.

Maragogype- Der besonders magenfreundliche Kaffee

Die Maragogype-Bohne ist eine Kreuzung aus Arabica und Liberica und hat ihren Ursprung in Brasilien. Die robusten Pflanzen haben einen nicht besonders hohen Ertrag, aber die Bohnen bestechen durch ein einzigartiges Aroma. Der Maragogype-Kaffee ist durch seinen sehr geringen Säuregehalt besonders magenfreundlich.

Kaffee Excelsa – Delikatesse aus dem Tschad

Die Excelsa-Kaffeebohne ist sehr selten und auch nicht besonders bekannt. Ihre Produktion macht ungefähr 1 Prozent des Weltmarktes aus. Diese Pflanze wurzelt sehr tief und kann daher auch in recht trockenen Regionen wachsen. Auch sie hat wie der Liberica eine sehr lange Reifezeit. Der Geschmack des Excelsa ist sehr aromatisch und kräftig, fast erdig. Er wird oft mit anderen Sorten gemischt, denn nicht jeder mag dieses starke Aroma. Das Besondere an dieser Kaffeesorte ist, dass sie ausschließlich in der Region am Tschadsee angepflanzt wird. Da ihr Anbau-Bereich stark begrenzt ist, gibt es auch nicht besonders viel von diesem Edel-Kaffee und er ist auch ziemlich teuer. Man erhält in nur in auserlesenen Kaffee-Spezialgeschäften.

Stenophylla – Der Tee unter den Kaffees

Der Stenophylla wächst ursprünglich nur in Guinea, Sierra Leone und an der Elfenbeinküste. Mittlerweile wird er aber auch in Nigeria und Ghana angepflanzt.Höhenlagen über 600 Meter kann er nicht vertragen. Da er sehr wenig Wasser benötigt, kann er auch in wüstennahen Gebieten gut gedeihen. Er wird fast nur für den Eigenbedarf angebaut, weil es sich, wie bei anderen Kaffeesorten nicht rechnet, im großen Stil zu produzieren.

Auch beim Stenophylla liegt das wieder an der langen Reifezeit. Dafür ist er aber in seinem Geschmack für einen afrikanischen Kaffee einzigartig. Er hat fast so eine Milde wie Tee und einen niedrigen Koffeingehalt. Der typische etwas erdige Geschmack fehlt ihm völlig. Aus dem Stenophylla-Kaffee wird der berühmte Highland Coffee aus Sierra Leone hergestellt.

Kopi Luwak – Der Katzenkaffee

Kopi Luwak ist der teuerste Kaffee der Welt. Nicht, weil er eine ganz neue Sorte ist, sondern das Geheimnis des Preises liegt in der Verarbeitung. Eine indonesische Schleichkatze, der Fleckenmusang, liebt Kaffeekirschen und verspeist sie regelmäßig. Allerdings kann die Schleichkatze die Samen, also die Bohnen nicht verdauen. Sie werden im Magen-Darm-Trakt lediglich fermentiert und dann wieder ausgeschieden. Sammler heben die unverdauten Bohnen auf und verarbeiten sie weiter. Der aus den Kaffeebohnen, die über den Umweg des Innenlebens des Musangs, gewonnene Kaffee, schmeckt mild und leicht karamellig und gilt als Delikatesse. Zum Kopi Luwak und dessen Gewinnung gibt es noch so viel zu erzählen, dass wir ihm einen ganz eigenen Artikel in unserem Blog widmen werden.

Spezielle Kaffeesorten

Es gibt natürlich noch weitere Kaffeesorten, die auch in den Anbaugebieten von der einheimischen Bevölkerung getrunken werden. Doch sind sie meist von minderer Qualität und genügen den Export-Ansprüchen, vor allem nach Europa, nicht. Allerdings finden sich auch noch weitere Luxuskaffees neben dem Kopi Luwak und einen speziellen Kaffee aus Vietnam, der leicht nach Schokolade schmeckt, auch ohne Katzen. Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Vielleicht wollt ihr sie ja einmal ausprobieren und fragt euren Kaffeeladen des Vertrauens danach.

Der Yauco Selecto ist ein Luxuskaffee aus Puerto Rico. Aus Hawaii kommt der Kona Arabica-Kaffee, der Arabica Geisha aus Panama. Der geschätzte Blue Mountain Kaffee wird lange geröstet und in Holzfässer abgefüllt. Er wird in einer Bergregion in Jamaica angepflanzt und kann bis zu 100 Dollar pro Kilogramm kosten.

In einer Kaffeemischung aus Vietnam, dem cà phê sữa ðá, findet ihr die beiden Kaffeesorten Catimor und Chari. Der Kaffee ist sehr dunkel und schmeckt leicht nach Schokolade und Nüssen. Chari-Kaffee wird in seiner reinen Form gern als Schonkaffee getrunken und im Handel angeboten, weil er fast kein Koffein enthält.

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